Uerdingenund seine GeschichteTeil 8 - Industrie in UerdingenWem verdankt Uerdingen seine reiche und vielseitige Industrie und welche Industriezweige finden wir in seinen Mauern. ?Ausschlaggebend für die Ansiedlung größerer Werke in dem bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts kleinen Städtchen mit jahrelang gleichbleibender Einwohnerzahl war Unbedingt die günstige Lage am Rhein, in der Nähe die Kohle und dazu auf der Mitte zwischen den beiden Industriezentren Düsseldorf u. Duisburg.Der älteste Zweig der Uerdinger-Industrie ist die Zuckerfabrikation, die Anfänge reichen zurück in die Franzosenzeit.Für Uerdingen gebührt das Verdienst, die erste großindustrielle Anlage geschaffen zu haben, der Firma Peter Schwengers & Söhne durch erhebliche Erweiterungsanlagen ihrer 1866 gegründeten Raffinerie. Die Fabrik, die auf dem Terrain des heutigen St. Josefs-Hospitals lag, wurde nach dem noch heute in der Erinnerung der Uerdinger Bürger lebendigen Brand des Jahres 1893 vor die Tore der Altstadt verlegt, wo sie Bahnanschluss und durch die Werftbahn auch direkte Verbindung zum Wasser fand.Neben der Zuckerindustrie gehören in den Kreis der Uerdinger – Nahrungsmittelindustrie noch zwei Gruppen:Die Malzkaffeefabriken und die Oelmühlen.Kathreiners Malzkaffe ist allbekannt. Weniger bekannt wird sein, dass er auch in Uerdingen hergestellt wird.Ansichtskarte:Werk um 1895Eingang Kathreiner-Werk in Uerdingen, Duisburger Str.Mit verantwortlich für die heutige blühende Ölmühlenindustrie Uerdingens ist die Firma : Holtz & WillemsenZunächst mehr auf die Herstellung von Öl, sowie Leinöl, Firnis und Lackleinölen eingestellt, ist sie in jüngster Zeit auch zur Fabrikation von Speiseölen übergegangen, die in der Schwesterfirma Howinolwerke zu Speisefett ( Marke : Howinol ) und Margarine verarbeitet werden.Wegen zu hohem Produktionsaufkommen wurde ein Teil der Fabrikation vom Rhein zur Langestraße verlegt.Zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich die übrigen Ölmühlen ( T.J Alberdingk & Söhne, F.H. Boley und Emil Boley ) zu denVereinigten Ölwerken Alberdingk & Boley zusammengeschlossen.Bild aus der ChronikProduktionsstätte an der Langestraßemit GleisanschlußProduktionsstätte am Rhein in den 60iger JahrenAltes FirmenlogoHier die Produktionsstätte unmittelbar neben dem Rheinschlösschen gelegenAnsichtskarte: Werbung aus dem Jahre 1933Neben der Nahrungsmittelindustrie ist in Uerdingen die Chemische – Industrie zur führender Stellung und größter Bedeutung für die Stadt emporgewachsen.Die Firma Weiler ter Meer hat den Namen Uerdingens weit hinaus in alle deutschen Lande und über den ganzen Erdball bekannt gemacht. Gegründet als Farbwerk E.ter Meer & Co im Jahre 1861, hat das Werk unter der Leitung seines rastlos schaffenden und zielsicheren Gründers, des Geheimrat - Kommerzienrats Dr. E. ter Meer, seinen riesigen Aufschwung zur größten industriellen Anlage Uerdingens gemacht. Dieses Werk hat mit den übrigen deutschen Farbenfabriken, die sich zur Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarben-Fabriken zusammengeschlossen haben, die Monopolartige Stellung Deutschlands in der Fabrikation von künstlichen Farbstoffen in der Welt gegründet.So fing alles anDer 25-jährige Chemiker re. im Bild Edmund ter Meer, ( 1852 – 1931 ) , Sohn eines Krefelder Seidenfabrikanten, fasst Ende der 7oiger Jahre den Entschluss, eine eigene Fabrik zu gründen. Die erfolgte am 17 September 1877. E. ter Meer erwirbt ein rund 2000qm großes, hochwasserfreies Grundstück für 1.500 Reichsmark unmittelbar am Rhein. 1882 tritt Dr. Heinrich Tillmanns, ein Onkel ter Meers, als stiller Teilhaber in die Firma Seines Neffen ein, die sich fortan – Tillmanns, e. ter Meer & Cie nennt. Nach dem Ausscheiden von Tillmanns im Jahre 1887 beteiligt sich Dr. Julius Weiler ein Studienfreund und guter Geschäftspartner ter Meers, mit einer Kapitaleinlage an der Fabrik.Am 1. August 1914 brach der 1. Weltkrieg aus. Fast alle Betriebsführer-Postenarbeiter hatten Stellungsbefehle erhalten. Es erfolgte eine völlige Stilllegung des Eisenbahn-transportes, denn die über Uerdingen führende Bahnlinie Duisburg-Aachen diente ausschließlich dem Aufmarsch der Truppen im Westen. Ein Intendanturbeamter der Kaiserlichen – Marine bewirkte das die Fabrikation von Anilinöl und Salz, von Methyl und Aethylanilin sowie Centralit gewährleistet war. Die übrige Fabrikation kam weitgehend zum erliegen.Aufwärtsentwicklung bis zum zweiten WeltkriegIn den Jahren nach dem Weltkrieg übernahm der Sohn des Geheimrats Dr. Fritz ter Meer die technische Leitung desWerkes in Uerdingen. 1928 führte Direktor Heinrich van Thiel die Geschäfte des Uerdinger Werkes, während dietechnische Leitung auf Dr. Julius Laux überging, nach dem Ausscheiden des Herrn van Thiels übernahm Laux dieGesamtleitung des Werkes. Nach schwerer Krankheit verstarb Julius Laux im Alter von 52 Jahren.Im Jahre 1928 war Dr. Ulrich Haberland in Uerdingen eingetreten. Seinestarke Persönlichkeit, sein energisches Zufassen und sein klarer Blick fürchemische, technische u. kaufmännische Probleme sowie fürallgemeinwirtschaftliche Zusammenhänge hoben ihn Frühzeitig aus demKreise seiner Altersgenossen heraus, ihm wurde nach dem Tode Laux dieGesamtleitung des Uerdinger Werkes übertragen.1943 Mit dem Zusammenbruch Deutschlands nach den Wirren des Krieges beginnt eine neue Epoche für Uerdingen- die vertiefte Zusammenarbeit mit Leverkusen. Sie war bereits seit langem geplant, insbesondere, seit Dr. Haberland im Jahre 1943, neben Uerdingenauch die stellvertretende Werksleitung Leverkusens übernahm.1951Betriebsverflechtungen und weitschauende Zukunftspläne führten zum allseitigen begrüßten Zusammenschluss der Werke Leverkusen, Elberfeld, Dormagen und Uerdingen in Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft, die am 19. Dezember 1951 gegründet wurde. Die Uerdinger Werksleitung übernahm im Jahre 1950 Dr. Julius Drucker. Unter Seiner Führung wurde das Werk in Uerdingen stark erweitert neue Grundstücke für die Zukunftsplanung erworben.1956Die Zahl der Belegschaftsmitglieder stieg auf 3850 Arbeiter und 920 Angestellte1951-59Erweiterung der Produktpalette1960-70Das Werk ist seit Mitte der 60iger-Jahre auch Standort für die Polyurethanchemie1963Installation des Bayer-Kreuzes1964erste Verbrennungsanlage ( Drehofen ) für organische Produktionsrückstände1970-80 – 1975Inbetriebnahme der ersten Kläranlage-Klärschlammverbrennung1977100 Jahre Werk Uerdingen- 10.000 Mitarbeiter, die rund 1.000 Produkte herstellen1980-901982 Errichtung der Deponie Nord1983 Inbetriebnahme eines computergesteuerten Hochregallagers1984Inbetriebnahme der zweiten Rückstandsverbrennungsanlage1990-99 1990 InbetriebnahmederRauchgasentschwefelungsanlage1992Eröffnung des Naturwissenschaftlichen Ausbildungszentrums- Duisburger Str.1998 Erweiterung der Kläranlage2002 125 Jahre Bayerwerk- Vielseitige Produktpalette ( Aus Uerdingen stammen z. B. die Werkstoffe Makrolon u. Durethan ) Wandel desWerkes zum Chemiepark, der rund 3.500 Beschäftigten von externen Firmen und Partnerunternehmen Arbeit bietet; Zahl der Bayer-Belegschaft im Werk Uerdingen : 6.000.Daten wurden zum Teil. aus dem veröffentlichtem Buch-Geschichte des Bayer-Werkes Uerdingen in geänderter Form übernommen.Weitere Chemische Werke in Uerdingen waren u.a. die Firmen:Wedekind & Cie (1890 – 1918) und Lienau & Cie (1879 - 1942)Spirituosen / BrauereienIm großen Stile und für den Industriebedarf produzierte seit 1881 die Uerdinger – Actien –Spritfabrik den Alkohol. Sie ging aber schon 1889 in Konkurs.Luftaufnahme Bayer WerkDujardinDie günstige Lage am Rhein ermöglicht es den Gebrüder Melcher, einen Weinhandel und eine Weinbrennerei anzugliedern.Man schreibt das Jahr 1810, als der Bürger Henry Melcher eines Tages auf das Bürgermeisteramt Uerdingen erscheint, um sich zur Wahrung seiner Firma in das Handelsregister eintragen zu lassen. Als beruf gibt Melcher - patentierter Destillateur an.Als Ackerer hat er schon den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters übernommen und die schon seit 1780 betriebene Schnapsdestillation ausgebaut.Henry Melcher konzentriert sich in seinem kleinen Betrieb auf die Wacholderdestillerie und beschränkt sich auch in den Folgejahren auf diesen. Schnaps, der einmal eine Uerdinger Spezialität werden wird. Die Firma wächst nur langsam. Sie wird nach seinem Tod von zweien seiner Söhne unter den Namen : Gebrüder Melcher weitergeführt. Sein dritter Sohn Heinrich geht in die Zuckerindustrie.Auch er überlegt, was er mit dem geerbten Betrieb anzufangen sei. Schon lange handelt die Firma mit guten französischen Brandweinen, warum sollten die Gebrüder Melcher, solche guten Tropfen, nicht auch selbst, herstellen. Als erstes dehnt er seine Geschäfte auf Direktimporte erlesener französischer Cognacsorten aus. Er macht Bekanntschaft mit einer französischen Familie, die in der Charente das Weingut Schloss Merigots besitzt, ihr Name Dujardin.Die anfangs lockeren Geschäftsbeziehungen vertiefen sich. Melcher wagt einen entscheidenen Schritt. Er macht den Vorschlag, ein gemeinsames Unternehmen aufzubauen. Das Geschäft drohte zu platzen, die Dujardins waren eine bodenständige Familie, sie wollen ihre Heimat nicht verlassen. Doch dann entschließt sich Sohn Albert, als Junggeselle, er war nicht Ortsgebunden, nach Uerdingen umzusiedeln und zusammen mit Melcher dort die Gemeinschaftsfirma aufzubauen.1905 wird das Unternehmen in Dujardin & Co, vormals Gebrüder Melcher umgetauft.1908 stirbt der findige Unternehmer, die Nachfolge in der Firma tritt sein Sohn Wilhelm-Peter-Melcher an.1918 Nach dem ersten Weltkrieg durfte laut dem Versailler Vertrag, die Bezeichnung Cognac nicht mehr verwendet werden. Aus Cognac wurde Deutscher-Branntwein. In den folgenden Jahren war das Unternehmen sehr erfolgreich und wuchs zum größten Hersteller von Branntwein in Deutschland heran.1930 wurde eine neue Produktionsstätte direkt am Uerdinger Rheinufer errichtet. Man Verfügte hier über Zugang zum Wasser und einen Gleisanschluss.1943 wurde die Produktionsstätte vollständig zerstört. Einige Destillate konnten vorher in Sicherheit gebracht werden, sodass die Produktion bis zum vollständigen Wiederaufbau 1947 fortgeführt werden konnte.1954 Am 5 April 1954 lief auf der Elmshorner – Werft Kremer & Sohn das von der Firma Dujardin bestellte Spezial-Weintankschiff vom Stapel- Bei diesem Schiff handelt es sich um eine Spezialanfertigung, das je in dieser Art in Deutschland überhaupt gebaut wurde.1983trat Hanno W. Melcher in siebter Generation dem Familienunternehmen bei.Dujardin fusioniert mit der Firma Pott & Racke. Verwaltung u. Abfüllung wurde nach Bingen a./ Rh. verlegt.In Uerdingen wurde aber noch weiter gebrannt.2006Racke verkaufte die Vertriebsrechte an der Marke „ Dujardin-Imperial – Uerdinger und „ Melchers Rat „ an den Spirituosenhersteller Schwarze & Schlichte. Die neue Firma versahdie Marke „ Dujardin-Imperial „ mit neuem Design. Nur noch 11 Mitarbeiter produzierten in Uerdingenin rund 300 Eichenfässern den Branntwein. Die Firma Racke zog sich im selben Jahr vollständigaus dem Spirituosengeschäft zurück.Die Familie Melcher hält die historischen Gebäude und die Weinbrennerei im Familienbesitz. Die nun leerstehenden Räume werden an Künstler vermietet. Mathias Melcher kehrt aus den USA an den Rhein zurück und erweckt die alten Gebäude zu neuem Leben. Die alten Produktionshallen mit der gut erhaltenen Technik werden zum Museum, der Innenhof verwandelt sich in einem Biergarten. In den alten Gebäuden entstehen Loftwohnungen und die Küferei wird zu einer Gastronomie umgebaut.Luftaufnahme von Dujardin 1960Route des Weintankersletzte Fahrt des Weintankers “Imperial” 1970Büttner Werke UerdingenAugust Büttner im Jahr 1846 in Rahden geboren, gründete 1874 die Rheinische Röhrendampfkesselfabrik August Büttner & Co. In ganz kleinem Rahmen, mit einem Dutzend Arbeiter und sehr bescheidenen Werkstätten beginnt man zu fabrizieren. Man sichert sich im vornherein ein umfangreiches Gelände unmittelbar am Rhein und in größter nähe der Eisenbahn.Die Entwicklung zeigt, dass er richtig gerechnet hat, der kleine Betrieb wuchs schnell, ein größeres Gelände fand man an der Parkstraße, ebenfalls mit Bahnverbindung.1886August Büttner und Dr. Carl Meyergründen die Firma Büttner & Meyer,Maschinenfabrik für Trocknungsanlagen.1895kann die Fertigstellung der tausendsten Trommel gefeiert werden, die Belegschaft ist auf 300 Mann angewachsen und der Büttner-Kessel in aller Welt bekannt.Foto: Belegschaft vor der 1000 Trommel auf dem Geländean der Parkstraße.1903Durch Verschmelzung beider Unternehmen entsteht die RheinischeDampfkessel- und Maschinenfabrik Büttner & Co. GmbH1920wird das Unternehmen in das Handelsregister der Stadt Uerdingen eingetragen1929wird der Dampfkesselbau eingestellt, die Konzentration des Unternehmensliegt nun im Ausbau der Trocknungsanlagen.1945Büttner bleibt von den Kriegszerstörungen bewahrt und fing nach Beendigungdes Krieges mit der Fertigung ihrer Anlagen an.1959-64Das neue Verwaltungsgebäude wird bezogen und neue Werkshallenwerden gebaut und 1964 endlich fertig gestellt.1968Büttner erwirbt Geschäftsanteile von der MaschinenfabrikF. Haas GmbH & Co1970Nach 95 Jahren endet die vorläufige Geschichte desUnternehmens. Durch die Verschmelzung mit derSchilde AG (Bad Hersfeld) entstand im Mai 1970 dieBüttner-Schilde-Haas AG, die 1977 mit Babcockfirmierte.1995gründet Babcock gemeinsam mit der FirmaSiempelkamp die Firma Büttner Gesellschaft fürTrocknungsanlagen u. Umwelttechnik mbH.Später wird die Firma Büttner komplett anSiempelkamp verkauft.Foto: Luftaufnahme der Büttner WerkeGründung der Waggonfabrik UerdingenAm 16. März 1898 wurde in den Räumen der Essener Kreditanstalt die Gründungsurkunde unterzeichnet, und zwar von den Herren :Rentner, Julius Dorsemagen aus Wesel,Gewerke Hubert Hagedorn aus Essen,Werksbesitzer Dr. Julius Weiler - von den Chem. Fabrikenvorm. Weiler ter Meer UerdingenWerksbesitzerFranz Schwengers von der Firma P. Schwengers & Söhneaus Uerdingen.KaufmannFriedrich Mauritz aus UerdingenIngenieurHans Scheurer aus Köln, Kaufmann Paul Craßaus Malstadt- Burbach.Sofort nach der Gründung setzte die Realisierung der gefassten Beschlüsse ein. Die FirmaP. Schwengers & Söhne stellte bis zur Fertigstellung, des eigenen Verwaltungsgebäude im Jahre 1900 in ihrem Verwaltungsgebäude aushilfsweise Räume für die Verwaltung der Waggonfabrik Uerdingen, zur Verfügung.1899im April wurde der Betrieb aufgenommen, mit einem ersten Probeauftrag,der Königlich-Preußischen-Straßenbahn wurde begonnen.1921 wurde die Werksfeuerwehr der Waggonfabrik geschaffen.Foto: Luftaufnahme der Waggonfabrik 20iger Jahre1920Konstrukteur Ernst Kreisig begann bereits 1917 mit den Entwicklungs-arbeiten auf dem Gebiete des Reibepuffers, die im Jahre 1920 zurErfindung der Ringfeder führte.1921wurde der erste Großgüterwagen für die Deutsche Reichsbahn gebaut.1300 Mitarbeiter waren im Werk beschäftigt. Im Werk wurde 1922die Ringfeder GmbH gegründet.1924entstanden die ersten eisernen Einheitsfahrzeuge, wie D-Zugwagen, Personenwagen, Berliner Stadtbahnzüge, Kühlwagen usw.1932Durch eifrige Laboratoriums – und andere Versuche, brachte die WaggonfabrikHohlträgerkonstruktionen für Kübelwagen und Güterwagen heraus.1935wurde die Düsseldorfer Waggonfabrik mit etwa 1000 Beschäftigten angegliedert.1947nach dem Chaos des letzten Krieges, war es keine leichte Aufgabe, das bis zum Frühjahrbesetzt gewesene Werk wieder ordnungsgemäß zur Fertigstellung zu bringen, es fehlte annotwendigen Dingen. Es schien beinahe unmöglich, auch nur das Glas zur Abdeckung der Hallen zu beschaffen. An Material für den Bau von Fahrzeugen war überhaupt nicht zudenken.1949begann in Uerdingen eine Entwicklung, die für die weitere Zukunft des Unternehmens vonentscheidender Bedeutung sein sollte. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbahnwurde der Uerdinger Schienenbus entworfen und in ersten Prototypen gebaut.1959 wurde die Düsseldorfer Waggonfabrik (DUEWAG) vollständig in das Uerdinger Werk eingegliedert.1981 trug das Unternehmen offiziell den Namen DUEWAG AG1998 Festakt mit Tag der offenen Tür ( 100 Jahre )1999verkaufte die DUEWAG ihr gesamtes Geschäft und wurde damit Hundertprozent Tochter derSiemens AG mit dem Namen Siemens DUEWAG Schienenfahrzeuge GmbH Krefeld.2000wurde die Düsseldorfer Waggonfabrik aufgelöst und in das Werk Uerdingen eingegliedert. 2002ist das Werk vollständig mit Siemens AGverschmolzen.Uerdinger Schienenbus sind Schienenbusse die von der Waggonfabrik Uerdingen entwickelt wurden. Es sind Dieselbetriebene, zweiachsige Triebwagen in Leichtbauweise. Diese wurden im Personenzugdienst, auf weniger rentablen Nebenstrecken eingesetzt.Wegen der lauten Fahrgeräusche wurde er auch gerne der Rote Brummer genannt.Natürlich gab es in Uerdingen noch weitere Metallwerke / Fahrzeugbau z.B. die Firmen Uerdinger Hammerwerk (1922 – 1970),Kaether & Co. GmbH (1946 – 1980) u. Gießerei Giesen (1910 - 1945). Alle geschichtlichen Daten aufzuführen würde die kurzegeschichtliche Chronik von Uerdingen sprengen.Ak Büttner-Werke m. Verwaltungsgebäude 1925Alle Daten wurden von mir privat erstellt, als Quellen dienten mir ausschließlich Literatur- Uerdinger – Rundschau, Fotos ausmeiner Privatsammlung und aus dem Archiv des Uerdinger Heimatbundes, der mir die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilte.500 Jahre Erlenwein 1480 - 1980Im Jahre 1480 wurde zum ersten Male der Name Erlenwein in Uerdingen genannt. Die Familie Erlenwein stammt aus Erlau in Nordungarn. Der Stammsitz des Geschlechts Erlenweins ist das Haus am Marktplatz, ehemals „Uerdinger Hof.“Erlenwein und andere Brennereien in Uerdingen sind aus dem Kolonialwarenhandel entstanden. Dieser brachte fast von selbst den Speditionsbetrieb, die Kaffeerösterei und die Brennerei mit sich.Erst in der Franzosenzeit kam der Name Erlenwein erst richtig zur Geltung. 1804 kaufte der Kolonialwarenhändler und Destillateur Hermann von Broich von den Franzosen die Uerdinger Burg. Seine Tochter heiratete Karl Theodor Erlenwein. Dieser hatte vier Kinder, von ihnen ist der Sohn August (1827-1865) der Begründer der abgebildeten Firma. Während der andere Sohn Balthasar (1831-1869) dem Speditionsgeschäft den Namen gegeben hat. Die Brüder haben lediglich die beiden vorhandenen Zweige unter sich aufgeteilt.August übernahm die Destillerie, Balthasar das Speditionsgeschäft.Am 1. April 1863 trat Herr Gustav Cremer als Teilhaber ins Geschäft ein, das damals die Firmenbezeichnung „ August Erlenwein & Cremer„ erhielt.Anna wurde die Gattin von Gustav Cremers Sohn Karl. Die Familie Cremer trat am 16. Mai 1892 aus der Firma aus. Sein Sohn Julius führte bis zu seinem Tode im Jahre 1932 die Geschäfte weiter. 1922 wandelte er die Firma in eine Aktiengesellschaft um.Heutige Besitzerin ist Frau Wilhelma Delfosse – Erlenwein,eine Tochter von Julius, ihr zur Seite steht als Prokurist und kaufmännischer Direktor Herr Winand Poell.Von großen Kriegsschäden ist weder das Wohngebäude noch die Firma verschont geblieben. Der gute Name und der hohe Ruf der Erlenweinerzeugnisse, die nach altbewährten Rezepten hergestellt werden und wiederholt auf internationalen Ausstellungen prämiert wurden, haben die Firma zu neuer Blüte gebracht. Die Familie Erlenwein bewohnte bis 1972 die Burg und betrieb auf dem Gelände eine angesehene Weinbrennerei und Likörfabrik.Im Frühjahr 1978 wurde die Burg von der V.I.G. Krefeld erworben. Absicht war, das leerstehende und dem Verfall preisgegebene Gebäude wieder einer Wohnnutzung zuzuführen.Foto: Fertiggestellte Burg 2012 Spedition Balthasar ErlenweinFoto: Stammhaus u. Lagerhäuser neben der RheinlustUerdingen bietet dem Speditionsgeschäft schon von sich aus eine gute Tätigkeitsbasis, zumal auch die Verkehrsverhältnisse hier durch die günstigen Wasserverhältnisse außerordentlich bevorzugt sind.So reicht auch die Geschichte des Hauses Balth. Erlenwein & Co. GmbH. Uerdingen bis in das Jahr 1830 zurück, und zwar als Schiffabfertigungsstelle, der um diese Zeit ins Leben gerufenen Deutschen Rheindampfschiffahrt.Balthasar Erlenwein wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts Inhaber dieser Firma. Aus kleinen Anfängen hat sich dieses Unternehmen bis zur Jahrhundertwende zu einer beachtenswerten Stellung im Wirtschaftsleben emporgearbeitet.1904 erfolgte die Umwandlung in eine GmbH, im selben Jahr trat Georg Kobling in die Firma ein. Er hat heute noch unter tatkräftiger Unterstützung der Enkel Erlenweins die Geschäftsleitung inne.1912 - 1914 errichtete die Gesellschaft am Hafen einen Neubau mit modernsten Anlagen zur Lagerung von Stück- und Massengütern mit Kränen, Aufzügen, eigenem Zollamt und eigener Güterabfertigung.Die Beziehungen zu Industrie und Handel wurden immer enger, Verbindungen mit großen Reedereien im Inland, sowie im Ausland wurden geknüpft. Diese Vielseitigkeit und der langen Tradition der Gesellschaft, verdankt ihr das Ansehen.Foto: Leerstehendes Lagerhaus 80iger JahreSpedition Theodor Müncker GmbH1829wurde die Speditionsfirma Theodor Müncker GmbH gegründet. Das Unternehmen, dessen Alleininhaber zunächst der Gründer war, wurdespäter, als ihm die Uerdinger- Silo – Speichergesellschaft Büttner & Co. Angegliedert wurde, in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt.(1913) Der Betrieb umfasste nunmehr Spedition, Getreidelagerung und Vertretung von Rhein- und Seedampfer Unternehmen. Die ausgedehntenAnlagen der Theodor Müncker GmbH. prägen heute beherrschend charakteristische Partien der Uerdinger Rheinfront aus.Die Firma Müncker bestand in Uerdingen noch weit bis ins 21. Jahrhundert, heute gibt es sie Leider nicht mehr in Uerdingen.Luftaufnahme- Rheinfront- MünckerFoto: Ein Bild was um die Welt ging.